Sinneswandel statt Klimawandel

Es geht uns nicht einfach nur um Plastik, sondern um ein ganzheitliches Umdenken über uns und unsere Erde.

Das weitverbreitete Verständnis von “unserer Umwelt” spiegelt sich wider in einer Klimawandeldebatte, in der es darum geht, verzweifelt die negativen Folgen unseres Verhaltens zu kontrollieren. Die Dürre-Krisen und Waldbrände, die Vergiftung von Insekten, das Aussterben ganzer Tierarten, die moderne Form der Sklaverei und sich bis in die Stratosphäre ausbreitendes Mikroplastik: All diese Symptome der heutigen Zeit sind Teil unserer “Umwelt” und miteinander verbunden. Sie sind auch ein Resultat eines Umweltverständnisses, das grundlegend falsch ist.

Der Großteil der Menschen auf der Welt wächst heutzutage mit einem sehr materiellen Verständnis vom Leben auf: Lebensmittel gibt es abgepackt im Supermarktregal, mit Etikett und Barcode. Erdbeeren, Paprika, Mango – das ganze Jahr. Wer genug Geld hat, kann sich kaufen was sie oder er will, zu jeder Zeit. Strom und Wasser laufen täglich und unendlich durch unsere Leitungen und Rohre.

Das, was wir die Umwelt nennen, ist, was uns täglich am Leben erhält. Aber wir behandeln sie eher wie einen netten Unbekannten. Hier bin ich – und da “die Umwelt” oder “die Natur”. Wir besuchen sie gelegentlich, als Erholungsgebiet, als Rückzugsort. Aber wissen wir, unter welchen Bedingungen ein Mangobaum gut wachsen und Früchte tragen kann? Wie Kakaobohnen zu Schokolade werden?
Meistens wissen wir das eben nicht, denn diese Aufgaben übernehmen andere für uns, von denen wir genauso getrennt sind wie von dieser Natur zu der wir flüchten wenn die Stadt uns erdrückt. Dass es nicht selbstverständlich ist wie wir hierzulande alltäglich leben ist den meisten nicht bewusst. Dies ist nur möglich weil die Erde ihre natürlichen Ressourcen zur Verfügung stellt. Und weil Menschen, meist in anderen Ländern, ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Oft unter menschenunwürdigen Bedingungen. Nur für unseren Massenkonsum? Das ist weder fair noch kann das ewig so weiter gehen. Die Wahrheit ist: Wir sind ganz und gar nicht getrennt, sondern sogar abhängig voneinander. Das Zusammenspiel von Menschen, Tieren, Bakterien, Pilzen, Pflanzen und allen Elementen des Planeten ist die Grundlage für ein sicheres, gutes Leben. Es ist die Grundlage unserer Zukunft.

Im Grunde gibt es also kein “wir” und “die Umwelt”. Genaugenommen sind wir genau das. Wir essen sie, atmen sie, laufen auf ihr, trinken von ihr. Zwischen uns und der Natur gibt es keinen Unterschied. Deshalb sollten wir gut für uns sorgen. Beim Klimawandel geht es nicht allein um das “Klima”. Es geht um unsere Zukunft, um unser eigenes Leben, das Leben unserer Nachfahren und allen Menschen die diesen einzigartigen Planeten voller Leben bewohnen. Deshalb liegt es an jedem Einzelnen von uns zu verstehen, wie wir und alles andere zusammenhängen und dementsprechend zu handeln. Konsum ist politisch, jeden Tag haben wir die Wahl faire, regionale und biologische Systeme zu unterstützen und so Schritt für Schritt eine andere Zukunft zu schaffen.

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